Donnerstag, 13. Oktober 2011

Libyen: Interview mit einem russischem Militär

"Ich werde definitiv wieder nach Libyen gehen - Kamis und meine Freunde warten auf mich!" - Ein Interview mit einem russischen Offizier - einem der militärischen Berater Muammar al-Gaddafis. Von Alexander Grigorjew, erschienen am 05. Oktober 2011 auf argumenti.ru, aus dem Russischen ...

Wir trafen uns mit dem ehemaligen Major der Spezialeinheiten Ilya Korenev. Fast sechs Monate verbrachte er neben und mit Oberst Gaddafi und seiner Familie. Er befindet er sich momentan in Lateinamerika zur Behandlung von Verletzungen, die er sich in der libyschen Wüste nahe der Grenze zu Algerien zugezogen hat.

Argumenti.ru: Wie kamen sie nach Libyen? Aus Russland gibt es ja keine offizielle Unterstützung für Gaddafi.

Ilya Korenev: Im Frühjahr trat ich mit einem Handelsauftrag eine Dienstreise nach Algerien an. Durch Kontakte, die durch die Botschaft hergestellt wurden, erreichte ich Muammars (Gaddafis) Hauptquartier. Beinahe unmittelbar danach fingen wir an das Personal der 32ten Brigade, die von Khamis Gaddafi geführt wird, zu verstärken und vorzubereiten. Mit besonderem Augenmerk auf die Ausbildung und das Training für den Nahkampf in städtischer Umgebung. Das Faktum, dass es unmöglich sein wird Tripolis zu halten, wurde uns schon im Juni oder Juli bewußt. Daher wurden die Leute dahingehend ausgebildet, militärische Aktionen in kleinen autonomen Gruppen durchführen zu können, sowohl in der Stadt als auch außerhalb. Die Soldaten und Offiziere der 32ten Brigade sind sehr gut vorbereitet. Einige wurden bei der SAS und in Frankreich ausgebildet. Aber in Libyen genießt die russische Militärschule hohes Ansehen. Die Taktik in kleinen Gruppen zu kämpfen resultiert aus den Erfahrungen im zweiten Weltkrieges und Tschetschenien. Kleine Gruppen von 20-30 Leuten greifen Konvoys des Militärs an, verminen den Boden und bringen sich danach in Sicherheit.

Argumenti.ru: Sie sagen WIR - "WIR" ... ist das Russland oder ist noch jemanden mit ihnen in Libyen?

Ilya Korenev: Natürlich war ich nicht alleine dort. Alles was ich sagen kann ist, dass es noch ein paar unserer Leute bei Gaddafi gibt. Meistens Offiziere im Ruhestand der russischen Armee und Spezialisten der früheren Sowjet-Republiken.

Argumenti.ru: Sie haben nicht geantwortet. Warum wurden sie nach Tripolis geschickt obwohl die russischen Behörden offiziell bekanntgegeben haben, dass Gaddafi zurücktreten muss?

Ilya Korenev: Es ist nicht verboten Leute auf Dienstreise zu schicken- zum Beispiel im Rahmen der militärisch-technischen Zusammenarbeit. Meine Arbeit wird auch eher nach dem Resultat als nach der Planung oder Berichten zu rechter Zeit beurteilt. Profis verstehen, dass der Angriff auf Libyen ein Teil eines Plans ist. Die Nächsten die dran sind sind Syrien, Algerien, Jemen, Saudiarabien, Iran, Zentralasien und Russland. Die Reihenfolge spielt dabei keine Rolle. Russland wird zuletzt an die Reihe kommen.
Russland ist von feindseligen Marionettenregimen umgeben, von Radar und Militärbasen, Leute werden zur Korruption ermuntert, Andersdenkende im Lande nehmen zu.

Argumenti.ru: Werden sie auch nach Libyen im Dienst bleiben?

Ilya Korenev: Ich habe bereits meinen Abschied eingereicht. Ich denke jedoch nicht daran nach Russland zurückzukehren. In diesem Jahr haben sich viele Dinge verändert und ich habe gewisse Entscheidungen für mich getroffen. Selbst ohne Befehl werde ich nicht aufhören, Militär zu sein.

Argumenti.ru: Sie sagen, dass es unmöglich gewesen war Tripolis zu halten. Was war an der Verteidigung falsch?

Ilya Korenev: Das war kein Fehler in der Verteidigung, sondern in der Beurteilung des Konfliktes. Gaddafi hat quasi in zwei parallellen Welten gelebt. Er betrieb nicht die Art Politik wie der Führer Nordkoreas. Gaddafi glaubte nicht an eine Bodenoperation der NATO. Selbst noch Mitte August, als die NATO bereits Tripolis und andere Städte bombardiert hat, sprach er noch mit Berlusconi und Sarkozy. Diese versicherten ihm, dass sie niemals eine Bodenoperation gegen Tripolis durchführen würden. Mehrere Jahren zuvor wurde Gaddafi angeboten ein starkes Luftverteidigungssystem zu instalieren. Er glaubte jedoch, dass eine solche Maßnahme nur Europa und die USA reizen würde. Ich wiederhole, sowohl Italien, Frankreich und sogar England haben ihm versichert, dass es niemals eine Bodenoperation in Libyen geben wird. Ebenso war es ein Fehler, die vom Westen bestochenen libyschen Beamten so lange nur zu beobachten. Man hätte sie unmittelbar verhaften sollen um das Geschwür nicht weiter auszudehnen. Gaddafi wollte jedoch so viele wie möglich identifizieren. Gaddafis Unentschlossenheit aufgrund seiner persönlichen Einschätzung des Konflikts führte dazu, dass mehrere hohe Offiziere ein paar Millionen Dollar entgegennahmen und zu den Rebellen übergelaufen sind. Der menschliche Faktor ist eben auch in Afrika der menschliche Faktor.

Argumenti.ru: Wie habt sie es geschafft unbeschadet aus Tripolis herauszukommen?

Ilya Korenev: Wir wurden durch Al Jazeera und CNN gewarnt. Wir haben die Bilder vom „Sieg“ der Rebellen, die in Katar gedreht worden waren, gesehen. Es war auch bekannt, dass die Kulissen vom "Green Square" in Tripolis in der Wüste nahe Doha aufgebaut worden sind. Wir wussten auch zu welchem Zweck. Diese Bilder waren dann das Signal für den Angriff der Rebellen. Unmittelbar nachdem diese Bilder ausgestrahlt worden sind haben "Schläfer-Zellen" der Rebellen in Tripolis begonnen Straßensperren in der ganzen Stadt zu errichten, in Kommandozentralen und in Wohnungen von Offizieren, die Gaddafi nicht verraten haben, einzudringen. Ausländische Truppen sind geichzeitig im Hafen angelandet. Eine der Flanken antwortete nicht mehr. General Eshkal kapitulierte und verließ kampflos seinen Posten. Gaddafi gab den Befehl zum Rückzug um nicht das Feuer mit Feuer zu löschen. Er wollte Tripolis nicht in einen Kessel verwandeln in dem alle getötet worden wären, Zivilisten und Soldaten. Mehrere hundert Freiwillige weigerten sich jedoch diesem Befehl Folge zu leisten und blieben in der Stadt um dem Feind maximalen Schaden zuzufügen und davon abzulenken, das Führungskommando zu verfolgen. Diese Gruppen setzen ihren Widerstand heute noch fort. Es gibt Viertel in Tripolis in die sich die Islamisten nicht einzudringen getrauen. Es war ihre Wahl, es ist ihre Stadt und ich verstehe sie. Als der Sturm auf Tripolis begann verließen wir das Haus in der Nähe der Basis Bab al-Azizya und fuhren zu einem kleinen Haus im südlichen Teil der Hauptstadt gelegen. Nur wenige Stunden später verließen wir die Stadt und begaben uns an einen sicheren Ort. Es zeigte sich, dass wir dies gerade noch rechtzeitig getan haben, da unmittelbar danach drei GBU-Bomben das Haus getroffen haben. Die Fluchtfahrzeuge waren einfache Jeeps, keine feinen Mercedes, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Ich glaube, die Amerikaner wussten, wo Gaddafi war. Die Raketen und Bomben fielen 5 Minuten nachdem wir den Ort verlassen hatten. Es war als wollten sie uns zeigen, dass sie ihn zu jedem Zeitpunkt töten könnten. Offenbar gab es aber einen Befehl, ihn nicht zu eliminieren. Im libyschen Konflikt widmet man den Informations- und psychologischen Angriffen viel Aufmerksamkeit.

Argumenti.ru: Ist die Gaddafi-Familie beisammen geblieben?

Ilya Korenev: Nein, die Familie wurde sofort aufgeteilt. Das ist die effektivste Lösung. Normale Libyer meinen wenn Gaddafi nicht mehr lebt dann sicher einer seiner Söhne. Jetzt ist einer nach Tunesien gefahren, ein anderer nach Algerien, einer in den Niger. Aber die Grenzen sind durchlässig. Khamis hät sich in einem Vorort von Tripolis auf um den Widerstand zu organisieren. Saif al-Islam ist in Bani Walid. Weder der Oberst noch seine Kinder halten sich an ein und demselben Platz auf sondern sind in ständiger Bewegung. Das größte Problem ist die Kommunikation. Der Äther wird vom Militär und der technischen Ausrüstung der 6ten amerikanischen Flotte, DIA und NSA beherrscht. Deshalb durften wir es nicht riskieren Fotos und Videos zu senden. Die NATO weiß ungefähr wo wir sind und blockiert die Übertragungen.

Argumenti.ru: Bilder von den gefangenen britischen Soldaten wäre hilfreich gewesen. Wie geschah das? Wie habt ihr gewußt, dass dies SAS-Kräfte sind? Man führt ja bei militärischen Operationen keine Dokumente mit sich.

Ilya Korenev: Diese Bilder kommen noch. Die Kriegsgefangenen selbst sowie das Faktum der Erniedrigung der feindlichen Armee sind das Argument. Krieg ist Krieg, aber man kann auch immer einen Dialog führen. Je mehr Trümpfe man in der Hand hat desto einfacher ist es einen Dialog zu führen. Es handelte sich um eine subversive Gruppe von 30 Leuten. Die meisten Leute dieser Gruppe stammten aus der Armee von Katar sowie 13 Engländern und einem Franzosen. Sie haben Aufklärung außerhalb von Bani Walid betrieben. Offenbar für die Hauptkräfte. Die Bevölkerung vor Ort hat uns von dieser Gruppe erzählt. Wir konnten eine erfolgreiche Operation durchführen und sie gefangen nehmen. Die Soldaten aus Katar wurden auf der Stelle von den Libyern hingerichtet. Sie hassen sie richtiggehend. Sie sagen: "Wie kann ein Moslem ins Haus eines anderen Moslem eindringen und seine Familie töten?“ Deshalb auch die Todesstrafe. Die Engländer und der Franzose wurden getrennt voneinander verhört und an einen sicheren Platz verbracht. Wir haben ihre Namen und Nummern notiert, haben sie fotografiert und diese Information per e-Mail nach England und Frankreich übermittelt. Wir haben angeboten die Soldaten ohne Bedingungen wo auch immer in Libyen zu übergeben. Übrigens wurde das Auto, von dem aus diese Information übertragen worden sind, wenige Stunden später auf dem Weg in die Stadt von einer Rakete getroffen. Der Äther wird also sehr genau überwacht. Da England seine Soldaten nicht haben wollte haben wir die Möglichkeit in Betracht gezogen sie nach Algerien zu bringen. Wir wollten eine Pressekonferenz halten und sie aller Welt zeigen. Ich war in der Kolonne, gemeinsam mit Leuten von Dr. Moussa Ibrahims, auf dem Weg nach Algerien um diese Pressekonferenz vorzubereiten. Aufgrund vieler diplomatischer Schwierigkeiten konnten wir diese nicht in der algerischen Hauptstadt abhalten, stattdessen sollte sie in einem Dorf an der Grenze stattfinden. Unterwegs wurden wir von Hubschraubern beschossen. Ich wurde von einer Explosion aus dem Wagen geschleudert. Touaregs haben mich aufgesammelt aufgesammelt und über die Grenze gebracht. Von dort wurde ich zur weiteren Behandlung hierher gebracht. Es verlief also nicht alles nach Plan aber ich lebe.

Argumenti.ru: Gibt es eine Bedrohung für Russland durch die USA und die NATO?

Ilya Korenev: Sebstverständlich. Anfangs wird es nicht zu einer offenen Konfrontation kommen. Ihre erste Priorität ist es mit Hilfe radikaler Islamisten den Kaukasus zu destabilisieren und Südrussland in einen lokalen aber umfangreichen Krieg zu verwickeln. Jetzt kommen im Maghreb radikale Islamisten, Al Kaida und andere extremistische Gruppen an die Macht. Abdelhakim Belhadj, der militärische Befehlshaber in Tripolis, hat es auf eine führende Rolle in der neuen Regierung Libyens abgesehen. Er ist die wichtigste Person von Libyens islamistischer Kampfgruppe (LIFG), die vom US-Außenministerium als Terroristenorganisation eingestuft ist

Argumenti.ru: Gibt es noch weitere Kandidaten?

Ilya Korenev: Sebstverständlich. Oberst Khalifa Hiftar - Überläufer - der 20 Jahre in den USA gelebt hat. Ein ehemaliger Richter unter Gaddafi - Muhammad Bashir Al-Haddar. Um mich kurz zu fassen - Belhadj ist Katars Zögling. Al-Haddar ist einer der Oligarchen aus Misrata, der von Frankreich unterstützt wird. Hiftar ist ein Schützling der Oligarchen in Benghazi, der von den USA unterstützt wird. Wenn Belhadj in die Regierung kommt, was er auch mit Sicherheit schafft, wird er in den Hauptstädten der Welt willkommen sein. Fein! Ein Terrorist, in Verbindung mit unseren kaukasischen Terroristen, besucht den Kreml und schüttelt die Hand des Präsidenten. Außer der Verbreitung des radikalen Islam findet in Libyen eine unkontrollierte Plünderung der Waffen aus den Depots der libyschen Armee statt. Ein Großteil dieser Waffen wird mit Frachtschiffen in den Kaukasus gebracht. Von den Häfen in Nordafrika zum Kaukasus sind es nur wenige Tagesreisen.

Argumenti.ru: Was ist so einzigartig am libyschen Krieg? Wie unterscheidet er sich von bewaffneten Konflikten an denen sie teilgenommen haben?

Ilya Korenev: Jeder Krieg ist einzigartig. Libyen ist eine Mischung. Es gibt massive Propaganda wie im 2ten Weltkrieg, in Flammen stehende Gebiete wie in Vietnam, Korruption und Desertation wie im Irak. Wie in allen anderen Kriegen auch wird eine große Anzahl an Zivilisten getötet. Aber dieser Konflikt ist wirklich einzigartig. Auf der einen Seite haben wir das Volk der Touareg - Wüstenkrieger mit Gewehren von 1908 und Stammeskrieger mit Macheten - auf der anderen Seite gelenkte Flugbomben, lasergelenkte Raketen, Drohnen, Aufklärung. Ein Kampf der Kulturen und der Ewigkeit. Das Gebiet in dem sich dieser Konflikt abspielt ist vielleicht das größte seit dem 2ten Weltkrieg. Aber wenn wir von der Anzahl der Interessen sprechen, denen dieser Krieg dient, dann sind es vielleicht mehr, aber zumindest ebensoviele wie im 2ten Weltkrieg. Schwierig zu bekämpfende Sektoren sind die Psychologie und die Information. US-Propaganda-Flugzeuge sind ständig in der Luft und werfen Propaganda über Libyen ab. Berichte von Al Jazeera, BBC, CNN und Reuters werden vom Informationszentrum der NATO koordiniert und abgegichen.

Argumenti.ru: Was sind die größten Herausforderungen und Ziele für Gaddafis Anhänger?

Ilya Korenev: Das ist ganz einfach. Reine Mathematik. Bei 100% der Bevölkerung gibt es immer 10% Opposition und 10% Loyalisten. Was auch immer im Land geschieht, unabhängig davon, wie sich die Führung verhält, die ersten werden ihn immer kritisieren und die anderen immer loyal ihr gegemüber sein. Keine dieser Gruppen bestimmt eigentlich irgendwas. Probleme werden von den restlichen 80-90% gelöst, deren Meinung in beide Richtungen variieren kann. Mit geschickter Provokation, Bestechung und Propaganda haben die führenden westlichen Medien diese Balance zerstört. Aber die Feinde Gaddafis haben übertrieben, deswegen wird das Pendel mit derselben Kraft zurückschlagen. Dies wird sich nicht nur auf militärischem und politischem Gebiet zeigen. Meiner Meinung nach wird dieses Gebiet sogar noch größer werden und sich nicht nur auf Libyen beschränkent. Die Hauptaufgabe der Fürsprecher der Jamahiriya wird es sein - wie bei Gericht - Beweise und Argumente richtig zu präsentieren. Die Menschen hier sind etwas Besonderes. Sie fühlen mit dem Herzen. Wer ein Feind ist, wer ein Freund ist, wer gut ist, wer schlecht ist. Das Problem ist praktisch nicht einmal das Militär. Das Militär ist nur eine kleine Ergänzung.

Auf militärischer Seite wird viel davon abhängen wie die NATO die Rebellen unterstützt. Wenn die NATO die Luftangriffe einstellt oder zumindest einschränkt - wie sie verspricht - wird es kein großes Problem sein, die Clowns in Flip-Flops zu schlagen. Schwerer ist das mit den radikalen Extremisten. Sie trainieren junge Männer aus Afghanistan und Pakistan. Diese wissen, wie man mit Waffen umgeht. Und sie können nirgendwo hin, Libyen ist ein fremdes Land für sie.

Vermutlich kommen bald private Militärunternehmen ins Land, die sich um die Pipelines und Raffinerien kümmern werden. Solche Information erhalten wir bereits aus Brega und Ras Lanuf. Noch ist es den westlichen Truppen nicht geglückt dort Fuß zu fassen. Unsere Herausforderung ist nun, diese Anlagen dauerhaft in die Luft zu sprengen. Diese Anlagen vor unseren Raketen, die aus der Wüste kommen, zu schützen ist unmöglich. In Europa muss man begreifen, dass jedes Fass Öl sehr teuer kommen wird. In Dollar, als auch in Menschenleben. Die Leute der Privatunternehmen sind auch keine Idioten und werden sich ihre Dienste teuer bezahlen lassen - das wird sich nicht lohnen. Reguläre Truppen kann man auch nicht schicken, das wäre dämlich.

Argumenti.ru: Wen unterstützen die Libyer, Gaddafi oder die neue Regierung?

Ilya Korenev: Ich würde sie nicht vorschnell die "neue Macht" nennen. Sebstverständlich unterstützen normale Leute den, der ihnen Arbeit und zu Essen gibt, und vor allem - Sicherheit. In Libyen gab es Menschen die Gaddafi kritisiert haben, das ist wahr. Aber es war eine vernünftige Opposition und sie hatten nicht die Absicht, die Menschen zu töten. Und sie waren eine Minderheit. Die neuen, sogenannten "Behörden" und die radikalen Extremisten können keine Stabilität in Libyen garantieren, und nicht in einer absehbaren Zukunft, da die meisten Menschen, wenn auch nicht alle für Gaddafi persönlich sind, so doch für "die Gaddafi-Ära“ sind.

Aber im Osten lösen traditionell Geld und Macht alle Probleme. Erringen die Loyalisten ein paar Mal überzeugende Siege, wird das Volk sie unterstützen. Während manche Städte Widerstand leisten, wartet das übrige Volk und fragt sich, wovon sie „befreit“ werden und warum. Die Menschen werden vergleichen wie es ihnen vor der „Revolution“ egangen ist und wie danach. Niemand findet die momentane Lage gut. Wenn Sirte und Bani Walid verlieren dann werdem sich die Menschen den neuen Machthabern zuwenden. Aus Angst. Da sie dann keine andere Wahl haben. Die Entwicklung in der Region wird in einer nahen Zukunft sehr schnell voranschreiten. In den kommenden Monaten wird die Richtung der Entwicklung deutlich werden. Werden die Ursachen des Krieges und die Berichte objektiv dargestellt, werden die Loyalisten, Gaddafi und die Jamahiriya-Getreuen gewinnen.

Argumenti.ru: Was sagt der gesunde Menschenverstand dem normalen Libyer?

Ilya Korenev: Sie fühlen sich betrogen, geschlagen, vergewaltigt und nicht frei. Stellen sie sich vor, dass die NATO 1991 die Sowjetunion unter dem Vorwand der humanitären Hilfe bombardiert hätte. Die Bombardierungen sind noch nichtmal beendet kommen die Kapitalisten bereits angerannt, um untereinander das Öl und die Raffinerien aufzuteilen während die radikalen Islamisten in die Häuser der Menschen eindringen … und beide schreiben dem Volk vor wie es sich jetzt verhalten muss. Noch dazu erklären die Islamisten den euten, dass „auf Ungehorsam der Tod steht“. Aus reinem Selbsterhaltungstrieb werden sich die Leute zusammenrotten. Sie werden, um zu überleben, sie welches Papier auch immer unterschreiben und welche Fahne auch immer hissen. Die Menschen warten nur darauf, dass die libysche Armee zurückkommt und sie befreit und die alten Zeiten wiederkehren. Das ist das, was das Volk im Moment so denkt. Aufgrund des vielen Blutvergießens wird jedoch nichts mehr sein wie früher.

Argumenti.ru: Sprechen sie arabisch?

Ilya Korenev: «Мэн ааэш куман арбаин яуман сар минхум» Dies ist ein arabisches Sprichwort - "Wer mit Menschen 40 Tage lang gelebt hat, ist ein Teil von ihnen geworden." Sonst wäre ich auch nicht entsandt worden. (Im Originaltext folgt hier noch ein anderes arabisches Sprichwort, dass an die Wand des Hotels bei Sirte gemalt war, in dem man ca. 100 NATO-Invasoren in die Luft gesprengt hat und von einem IRAKISCHEM Offizier zitiert wird, von dem ich jedoch nicht in der Lage bin es zu übersetzen)

Argumenti.ru: Haben sie geplant nach Libyen zurückkehren?

Ilya Korenev: In ein paar Tagen werde ich in einem Nachbarland sein. Die Grenze wird zu 90% nicht von den Aufständischen kontrolliert. Es besteht eine Verbindung zu Khamis (Gaddafi) und unseren eigenen Leuten. Sie warten.

Originalartikel von argumenti.ru, erschienen am 05. Oktober 2011

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